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6,30$ – oder wie ich das letzte mal ein Becks in Toronto bestellte…

Oktober 28th, 2007 | By Christoph in Allgemein, Canada | 3 Comments »

…nun ist die 4. Woche fast vorbei und mal wieder Zeit fuer einen kleinen Statusbericht. Eingelebt bin ich mittlerweile sehr, was ich z.B. daran festmache, dass ich beim allmorgentlichen Besuch in meiner Lieblingskaffeekette nicht mehr sagen muss, was ich gern haette, sondern ich bekomme es einfach :) “a small latte?” schallt es mir mittlerweile immer von der bereits grinsenden Verkaeuferin entgegen, sobald ich den Laden betrete. Ob das an meiner Erscheinung, oder einfach meiner auffallenden Kaffeesucht liegt kann ich noch nicht beurteilen – lustig finde ich es trotzdem.

Um den Bezug zur Ueberschrift wieder herzustellen komme ich wieder auf den vorgestrigen Freitag zurueck, den ich zu einem Drittel wie ueblich im Buero und zu einem weiteren Drittel mit Scott und Martin um die Haeuser ziehend verbrachte.

Wir trafen uns Ecke Queen-Street West / Niagra Road bei Brand’s Appartment, wo dieser mit seiner Freundin Julie wohnt. Als ich die Wohnung betrat fuehlte ich mich irgendwie auf Anhieb zu Hause….Musikinstrumente waren in dieser Wohnung genauso praesent wie in meiner Bude in Jena…das war toll. Da eine Telecaster an der Wand, dort ein Fender Combo auf dem Boden, dort ein Keyboard in der Ecke und eine Akkustikklampfe auf dem Sofa. Ich nutzte natuerlich die Moeglichkeit meine bereits eingerosteten Finger wieder etwas ueber die Saiten zu schrubben. Im Gespraech stellte sich dann heraus, dass diese Wohnung so ziemlich das beste ist, was einem Musiker mit Band passieren kann. Drunter wohnt niemand. Zur rechten nebenan auch nicht und die einzige Nachbarin die auf der anderen Seite nebenan wohnt, hat 2 Baeder dazwischen. Deshalb hatte die Band auch bereits im Wohnungzimmer komplett inklusive Schlagzeug geprobt. Als ob das nicht schon genug Luxus waere, nein es kommt noch besser…der Proberaum der Band ist einfach mal genau auf der gegenueberliegenden Strassenseite. Luftlinie 30 Meter. Frechheit! Tja, aber einen Haken hat die Sache doch: im Vergleich zu uns daheim blechen die Leute von “Bellevue” auch etwas mehr als 400$ pro Monat, koennen aber ab 12Uhr mittag bis Mitternacht rein. Ueber unsere Proberaummiete konnten die nur neidisch laecheln. Gesehen habe ich den Raum leider noch nicht, das passiert naechsten Samstag wo wir uns zum gemeinsamen jammen treffen wollen.

Den Abend begannen wir mit einem von Scott mitgebrachtem Sixpack Becks (zu diesem Zeitpunkt war mir der Preis noch nicht bewusst) und diversen anderen kanadischen Bieren und der Diskussion dieser. Unter anderem entbrandte eine Diskussion ueber ein Coffee-Beer, welches in der Runde rum ging und ungefaehr aussah wie bei uns Bibop, nur das da eben Bier und Kafffee gemischt war. Das schmeckte auch garnicht mal so gut!

Nachdem es dann langsam fast halb Mitternacht wurde begaben wir uns auf den Weg in Richtung Horseshoe Tavern. Der aufmerksame Leser merkt, diese Location erwaehnte ich bereits mehrfach. So auch an diesem Abend zog es uns in das Hufeisen, und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, standen wir diesmal sogar auf der Gaesteliste. Zu sehen gabs 2 Bands, wobei die 2. Band, welche mit Scott befreundet waren und denen ich den Gaestelistenplatz zu verdanken habe und eine Vorband namens “Young Rivals“. Ich glaube das schlimmste was eine Band hoeren kann ist, wenn man ihr sagt, dass man die Vorband besser fand als sie. Deshalb behielt ich das fuer mich und kaufte mir TShirt und Demo der jungen Rivalen die einfach mal mit irgendwas retro-rockabilly’n'roll die sehr gut gefuellte Taverne rockten. Die Typen sahen so richtig schoen ehrlich Hippie aus, ohne es sein zu wollen und machten ebenso ehrlich songs die voll ins Blut gingen (Leider ist der erste Song bei MySpace nicht so der Reisser…). Ich positionierte mich im Stereobild mittig und genoss die Show. Ein nettes Gespraech mit dem Bassisten John am Merchstand ueber deren Konzerte, Tour usw. rundeten den Abend ab. Wir schauten uns noch zusammen die Headliner an, die auch sehr gut waren, ich aber eigentlich immer noch zur Vorband abging.

Fazit: Trotzdem ein super Abend, wieder neue nette Leute kennengelernt und neue Musik fuer die Ohren, ganz im Sinne von “Support your local scene”.

Warum aber zur Hoelle die Ueberschrift? Ich machte den grossen Fehler an der Bar etwas zu bestellen was ich kannte….”can I have a Becks?” quasselte ich drauf los, ohne drueber nachzudenken, welchen langen weg die Flasche ueber den Teich bis hinter die Tavernenbar hinter sich hatte. Bier ist hier teuer, aber ich zahle nieeeeee wieder 6,30$ fuer ein verdammtes kleines Becks! So!

Der Samstag begann entsprechend spaet und wurde ausser fuer Einkaufen, Friseur und Relaxen auch fuer nichts sinnvolles genutzt. Die mega Drum’n'Bass Party fuer 25$ Eintritt am Abend schenkte ich mir dann doch und halte zukuenftig ausschau nach Drum’n’ Bass Events der niedrigeren Preisklasse…falls es die gibt.

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Sommer, Sonne, Strand

Oktober 22nd, 2007 | By Christoph in Allgemein, Canada | 1 Comment »

Es gibt neues schickes Bildmaterial.
Fotos vom Strandjogging



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Sammlung kanadischer Eigenheiten

Oktober 16th, 2007 | By Christoph in Allgemein, Canada | No Comments »

Dieser Eintrag soll mir als kleiner Notizblock fuer alle Auffaelligkeiten im zweitgroessten Land der Erde dienen, in dem ich Dinge festhalte die mir aufgefallen sind. Wahrscheinlich sind es zu Beginn mehr Dinge, an die ich mich am Ende wahrscheinlich gewoehnen werde. Deshalb halte ich sie hier fest.

Direkt auf meinem Balkon

Polizeischutz auf Baustellen
Eine Sache die einem in Toronto auffaellt ist, dass jede Baustelle auf der Strasse mindestens von einem oder zwei Polizisten bewacht wird. Auf Nachfrage wurde mir bestaetigt, dass dies zum Diebstahlschutz ist. Scheinbar kommt es haeufig vor, dass den Bauarbeitern die Rohre geklaut werden, wenn sie gerade im Loch buddeln.

Bezahlen fuer eingehende Anrufe
Eigentlich hatte ich vor, mir fuer meine Zeit in Toronto eine Prepaid Karte fuer mein Handy zu besorgen, um den horrenden Roaming Gebuehren meines dt. Handyanbieters zu entgehen. Nachdem ich am Wochenende die Laeden der groessten Mobilfunkanbieter abgeklappert habe bin ich da noch am zweifeln, ob ich hier fuendig werde. Erstmal hat nicht jeder Anbieter eine Prepaidkarte ohne Telefon im Angebot und die die eine haben, wollen auch noch, dass ich fuer eingehende Gespraeche – egal ob In- oder Ausland – bezahle. Wenn ich kostenlose eingehende Gespraeche haben moechte, dann koennte ich Option B nehmen. Da bezahle ich dann 1 CAD Tagesmindestumsatz, egal ob ich telefoniere oder nicht. 30 CAD pro Monat nur damit ich hier “kostenlos” angerufen werden kann, ist mir zu fett. Also weitersuchen.
UPDATE: Weitersuchen bringt nichts. Ist bei allen Anbietern das gleiche. Hier lohnt sich mobil telefonieren nur wenn man laenger bleibt, oder nicht schon wie ich einen Vertrag an der Backe hat. Dann ist man mit ca. 30 CAD pro Monat dabei und bezahlt zwischen 20 – 30 Cent pro Minute (fuer ein-und ausgehende Anrufe) bis hin zu Flatrates wenn man laengere Vertraege abschliesst.

Kaffee = Bier = Koelsch
Was haben kanadisches Bier und Kaffee mit Koelsch gemeinsam: von beiden kann man literweise trinken ohne betrunken oder wach zu werden. Zumindestens die Defaultvariante beider Getraenke kommt mir als Auslaender etwas duenner als bei uns vor. Nun ja, bei meiner morgentlichen Kaffeebestellung, ordere ich jetzt immer den staerksten den Sie haben, das passt dann.

Das kanadische Kleingeldproblem – oder “you got some change man?”
Was passiert wenn man sich taeglich ca. 2 Kaffee kauft, Mittagessen geht und vielleicht noch mal jeden zweiten Tag was einkaufen geht und sein Kleingeld in der Hosentasche traegt? Man bringt ca. 5 Kilo mehr auf die Wage, was aber nicht am kanadischen Fastfood liegt ;) Innerhalb von einer Woche sammelt sich hier dermassen viel Kleingeld an, dass einem die Hose rutscht. Heute habe ich die Bedienung in meiner Lieblingskaffeekette “Second Cup” gefragt, warum in aller Welt ein Kaffee bei denen 3.02 CAD kostet? Warum nicht 2.99 CAD oder 3.00 CAD? Sind wohl die Steuern dranschuld, da alle ausgeschilderten Preise netto sind und man die Steuern noch draufrechnen muss. Kann man da nicht trotzdem Preise so gestalten, dass sie beim bezahlen praktischer sind? Wer weiss…
Auf jeden Fall sehen die netto Preise so aus wie man es sich wuenscht, nur bekommt man beim bezahlen wie gesagt immer eine Hand voll Muenzen gewechselt, so dass sich an jeder Kasse in diesem Land ein Napf befindet, in dem man sich seines Kleingeldes entledigen kann. Ich sammle lieber noch ein bisschen und werfe mein Kleingeld dann lieber in den Automaten beim Supermarkt um die Ecke und geh dafuer einkaufen.

Linienverkehr neu definiert
Bisher war ich jeden Tag zwischen 7-8Uhr im Buro, nur heute kam ich erst gegen 9Uhr aus den Federn. Das wurde auch promt mit einer prall gefuellten Strassenbahn “Streetcar” quittiert. Auf halber Strecke endete dann die Fahrt apprupt mit den Worten des Strassenbahnfahrers “we have a situation infront of us. I would recommend walking…” – also stieg ich aus. Was man in der Bahn allerdings noch nicht sehen konnte war, dass sich vor uns mittlerweile ca. mehr als 10 Strassenbahnen an einander gereiht hatten. Das sah lustig aus, ich schoss schnell dieses Foto und holte mir einen Kaffee auf dem Weg ins Buro.

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Zweite Woche Toronto – es geht langsam los

Oktober 16th, 2007 | By Christoph in Allgemein, Canada | No Comments »

Die dritte Toronto Woche hat mittlerweile begonnen und man kann schon von “eingelebt” sprechen.
Mein Appartment oder besser meine Wohnkueche sieht nach mittlerweile 3 Einkaeufen nach Kueche aus und am Wochenende ueberlege ich auch schonmal ob ich lieber Steak oder Nudeln machen will :)
Auf Arbeit laeuft es auch sehr gut. An meinem Geburtstag vergangenen Donnerstag musste ich sogar feststellen, dass ich nun nicht mehr der juengste Mitarbeiter bin, da mich das juengste Mitglied der Torontomannschaft mit 23Jahren doch etwas unterbietet.

Das Wochenende verlief etwas anders als geplant. Urspruenglich hatte ich vor, die Niagra-Fall Tour mitzumachen, da ich diese vor 2 Jahren bereits nicht mitgemacht habe. Leider war der Samstag Morgen so grau und windig, dass ich mich nicht recht aufraffen konnte.
Stattdessen verbrachte ich den Samstag komplett mit spazieren und pseudo-Shopping in der Innenstadt. Ich drehte eine recht grosse Runde beginnend ab Spadina-Queen (da Tonto’s Strassennetz auch im Schachbrettmuster angeordnet ist, orientiert man sich immer an Kreuzungsnamen), ueber einen super Musikladen in Steve’s Music Store, ueber Queens-College Richtung Norden zur University um von dort aus wieder den Bogen nach Downtown einzuschlagen, wo ich schlussendlich im Eaton-Centre landete.

mich wuerde mal interessieren, wie oft dieses Foto in irgendwelchen Blogs erscheint ;)

Und schon war es auch schon wieder Abend und ich hatte Lust auf Livemusik. Da ich leider noch nicht so die Szenekontakte habe, um zu wissen, welche Laeden hier eher das tolle Kassa oder die Rose sind, und welche eher doch nur Uma Carlson, peilte ich genau wie vor 2 Jahren mal wieder die Horseshoe Tavern an.
Diese Entscheidung stellte sich als grossartig heraus: Dort startete gegen 9:30Uhr das Finale der “Indie weeks”, einer Art Bandcontest. Somit hab ich mir fuer 10 CAD ich glaube min. 6 absolut geile Bands angehoert, welche mich einer nach der anderen vom Hocker gehauen haben.
Die erste Band die bereits spielte, erinnerte mich irgendwie an Chevelle, aber leider fehlte mir immer kurz nachdem die Spannung stieg, die Vollendung des Spannungsbogens…sprich es war immer kurz davor zu rocken.
Um so krasser kam die naechste Band “Sons and Lovers” daher, welche einfach mal 15-20 Minuten (mir kam das Zeitlimit sehr kurz vor) nonstop Hardcore- Emo- Prog was weiss ich noch vom feinsten hingeballert haben. Die Buehnenshow war dermassen energiegeladen, so dass es nicht lange dauerte bis ich in der ersten Reihe der leider noch recht maessig gefuellten Hufeisen-Taverne stand. CD und T-Shirt hab ich mir dann gleich zugelegt. CD ist gut, live ist besser, aber fuer 5 CAD mehr als fair.
http://myspace.com/sonslovers – wurde gleich geaddet.

Die naechste Band deren Namen ich noch rausfinden muss, uebertraf die vorhergehende Band nur noch im Freakfaktor. Ich frage mich immer noch ob das “Wir sehen alles aus wie “Abiturienten-Hillbillies mit Flanellhemden in die Hose gesteckt und haben Mami versprochen um 11 zu Hause zu sein” Konzept ist oder ob die wirklich so sind. Ich glaube eher letzeres. Als die angefangen haben sind die einfach mal total ausgetickt, und haben irgendwas aus Hardcore, total melodischen balladioesen Passagen und viel Geschrei hingelegt. Die Typen abgehen zu sehen war eine reine Freude.

Die weiteren Bands waren auch alle durchweg technisch wie musikalisch perfekt. Gewonnen hat am Ende eine Band die extra aus Irland angereist war. Man hoerte den musikalischen Unterschied sofort, dass die irgendwie eher von der Insel kommen.
So gegen 1Uhr hab ich mich dann doch recht frueh auf den Heimweg begeben – man will ja klein anfangen, ausserdem wurde es dann allein etwas oede. Ich hoffe mein Kollege und eingefleischter Kanada-Musikszene Fan hat die kommenden Wochenende etwas mehr Zeit um mir die coolen Locations zu zeigen. Aber ein gelungener Auftakt ins Nachtleben war der Samstag schon. Es stellt sich halt wieder heraus, dass Auslandssemester und Arbeiten im Ausland eine grosse Differenz aufweisen – im Auslandssemester hat man die Parties und Freunde schon mitgebucht, bei Arbeiten und Wohnen dauert es ne Weile. Aber das ist mir ja 2005 hier schon aufgefallen.

Soviel zur aktuellen Lage hier. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Anzahl Fettnaepfe in die ich seit meiner Ankunft getreten bin, drastisch verringert hat, und so langsam wird es richtig schoen sich auf das Studieren der Eigenheiten und Unterschiede der Kanadier zu konzentrieren. Das was einem zu erst auffaellt: alles ganz schoen “easy going” – oder auch langsam hier. Dabei soll laut Klaus Toronto zu den hektischsten Staedten von Kanada zaehlen – ich freu mich auf Vancouver :)

In diesem Sinne,
bis zum naechsten Update.

Christoph

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Ich wohn in Toronto – bin ich jetzt hip?

Oktober 6th, 2007 | By Christoph in Allgemein, Canada | 1 Comment »

Hallo liebe daheim gebliebenen,
jetzt bin ich seit 5 Tagen in Toronto und hab heute schon mein Appartment bezogen.
Was bis dahin alles passierte will ich mal kurz abhandeln :)

Wenn man allein auf Reisen ist, scheint es Gesetz zu sein, dass man in alle nur erdenklichen Fallen tappt, die es gibt.
Meine Reise begann am Montag morgen d. 1.10.2007 pünktlich um 6:30Uhr am Jenaer Westbahnhof. Ich nahm den Zug in Richtung Toronto.
Frankfurt Flughafen verlief recht reibungslos ausser dass ich beim Security Check nicht an meinen Gürtel gedacht habe woraufhin es erstmal piepte.
Naja halb so schlimm.
Gegen 13:45 Uhr hob ich dann letztendlich ab. Vor mir standen ca. 8 Stunden Flug in der Lufthansa Economy Klasse. Das Essen war lecker, Getränke gabs
genug, aber obwohl man zum Flugbeginn der Meinung ist, dass eigentlich recht viel Platz in den Sitzen ist, so wünscht man sich am Ende des Fluges man könnte seinen Sitz in
die Liegeposition begeben wie in der Business Class.

16:45 Uhr: Toronto hier bin ich.
Gekonnt verließ ich das Flugzeug in Richtung Einreiseschalter um meinen Ausweis vorzuzeigen. Im Flugzeug hatte ich bereits die Einreise unterlagen
ausgefüllt, wo ich auch die Anzahl der Tage vermerkte die ich zu bleiben gedenke. Ganze 120 Tage.
Das mir dies Probleme bereiten würde ahnte ich da noch nicht.

Am ersten Schalter wartete ein recht lässiger junger Mann, der mich fragte was ich hier will, warum ich 120 Tage bleibe, wo ich übernachte.
Ich erklärte dass ich für 4 Monate Training bei der Mutterfirma bin. Er nickte immer, machte ein großes rosa Kreuz auf mein Formular und gab es mir
samt meines Passes wieder. “Das ging schnell” dachte ich mir…
…dachte…
Als ich die Tür zum Gepäckschalter nehmen wollte, wurde ich von der Beamtin darauf aufmerksam gemacht, dass ich zur Immigration Office gehen müsse.
Well…und schon ging das Abenteuer los.
Mich erwartete ca. 30 Minuten Schlange stehen. Mit in der Schlange viele Leute denen es ging wie mir, die sich fragten, warum sie diesmal hier hin
müssen, aber beim letzten mal problemlos durchkamen. Ich beobachtete eine junge Frau, die sich scheinbar heftig in Widersprüche verstrickte,
ein junges Mädchen welches im harrschen Ton angewießen wurde, sich auf die Couch zu setzen und auf ihre Angehörigen zu warten, und dies
unter Tränen tat……und dann war ich auch schon an der Reihe.
Die gleichen Fragen…warum, wieso, so lange, wo….zum Glück hatte ich Schreiben meiner Firma, wo alles drauf stand, dass ich wirklich
dahin gehe, wo ich vorgebe hinzugehen.

Ok Immigration Office fertig. Mein Gepäck kullerte unterdessen schon auf dem Fussboden rum, da der nächste Flieger schon gelandet war.
Als ich dabei war meine beiden Koffer zusammen zu suchen, kamen zwei Officer mit den Spürhunden vorbei…dem Hund schien der Geruch meines Rucksacks so zu
gefallen, dass dieser garnicht mehr weg wollte….tja Fettnapf Nr. 2…ich wurde aufgefordert meinen Rucksack zu öffnen und auf einmal fiel es mir wieder ein..
Mütter geben einem ja oft belegte Brote mit, die man dann aber doch vergisst zu essen, weil sie ganz unten am Boden liegen,
und es im Flugzeug reichlich gibt…dumm nur, wenn da auch noch Wurst drauf ist…dessen Einfuhr nicht gestattet ist.
Officer guggt Brot an, Christoph holt sich ne Standpauke ab und macht es nie wieder :)
Rucksack, zwei Koffer und raus dachte ich. Und wieder musste ich an einem Officer vorbei, der meinen Pass und meine ausgefüllte Einreisekarte
sehen wollte und mich fragte, was ich denn 120 Tage lang hier mache. Er war zum Glück mit meiner Antwort schnell zufrieden und ich war
am Ende nach ca. 1,5h in der Eingangshalle des Flughafens.

Ich brauchte erstmal Kohle und versuchte mich an einem Geldautomaten, der aber meine EC Karte nicht wollte, die PIN meiner Kreditkarte hatte ich
wohl daheim gelassen und EUR Bargeld hatte cih nur 30 EUR die ich gleich in ca. 41$ umtauschte. Zusätzlich erfuhr ich auch, dass
man Taxi und Limo auch mit Kreditkarte bezahlen kann.
Schwups kam auch schon der erste Typ gelaufen der mir “Taxi?” entgegen warf. “hmm eigentlich sollte ich ne Limo nehmen”, dachte ich.
Ich fragte ihn ob er ein Taxi oder eine Limosine fährt und ob ich mit Kreditkarte bezahlen kann und wieviel es kostet.
Taxi, Kreditkarte ja, und 47$ wollte er vom Flughafen bis zum Hotel Downtown haben und er ging mit mir in Richtung Parkhaus.
“Parkhaus”….dachte ich…wie weit soll ich denn noch laufen… und als plötzlich ein Officer erschien, war der vermeintliche Taxifahrer urplötzlich
verschwunden. Der Officer fragte mich, ob mir eine Taxifahrt angeboten wurde, was ich bestätigte.
Er meinte “this guy is a scooper, he is not allowed to drive.” Na toll, ich machte wieder kehrt und nahm mir eine offizielle
Flughafen-Limosine, die genau vor der Tür standen, welche 3$ mehr kostet.

Gegen 18:30 Uhr kam ich dann endlich im Hotel an und knallte mich erstmal schön aufs Bett.
Ich nahm kurz eine Dusche und machte mich auf den Weg einen kleinen Spaziergang zu machen und die Gegend zu erkunden.
In einem netten Irish Pub ließ ich dann den Abend mit einem Guiness und Chickenwings ausklingen. Ich versuchte mein kommendes Jetlag etwas zu kompensieren,
in dem ich versuchte noch bis kurz nach 22Uhr TV zu schauen, was aber nicht viel half.

5:30 Uhr war ich irgendwie ohne Wecker wach.
Nach leckerem Frühstück hab ich mich dann gegen kurz nach 7Uhr auf den Weg ins Büro gemacht.
Wie soll es anders sein, auch hier verlief mir ein kleiner Fehler: Ich hatte vergessen, dass fast alle Staßen in Toronto
eine East und eine West-Seite haben. Bevor ich losging hatte ich nochmal kurz gecheckt, wie die Route von Hotel zum Büro ist
und hatte 156 Front Street eingegen. Dummerweise hat Google Maps automatisch 156 Front Street East daraus gemacht…ohne mir zu sagen dass ich eigentlich
in die 156 Front Street West will ;) Also bin ich richtung East getrapt und wunderte mich nur, wo die ganzen Wolkenkratzer sind.
Recht schnell kehrte ich dann wieder um, in die richtige Richtung. Dummerweise schüttete es mittlerweile wie aus Eimern,
so dass ich kurz nach halb acht etwas leicht durchnässt im Büro ankam.

Am ersten Tag im Büro (Dienstag) hieß es erstmal Kollegen kennen lernen und Hände schütteln. Gegen Mittag kam ich langsam dazu etwas produktives zu tun.
Am gleichen Tag hat ein Kollege dann auch schon einen Besichtigungstermin für ein Appartment organisiert gehabt, welchen wir gegen 19Uhr
warnahmen. Ein kleines Haus im westen von Toronto, welches eine Etage vermietet. Etwas verwöhnt durch die kleinen Distanzen in Jena
und die Tatsache, dass ich dort immer die langsame Straßenbahn anstatt die UBahn nehmen musste, ließ mich etwas zögern und ich versuchte noch
ein paar andere Appartments anzuschauen. Leider erfolglos, da die meisten Appartments nicht für die kurze Zeit die ich bleibe zu haben waren, oder
einfach nur zu teuer. Zu Teuer heißt hier zwischen 2000-2500 Dollar pro Monat.

Fazit:
Die erste Woche verlief nach den erwähnten kleinere Startschwierigkeiten recht ruhig, mein Jetlag hat sich langsam gelegt, so dass ich mittlerweile erst
gegen 6:30Uhr aufwache und heute hab ich mein Appartment bezogen. Es sieht trotz Möblierung noch etwas kahl aus, deshalb werd ich morgen gleich mal
einkaufen gehen. Sobald ich mir einen Kartenleser zugelegt habe, gibts auch endlich die ersten Fotos.

Auf der Karte könnt ihr meinen Arbeitsweg sehen. Die rote Markierung ist meine Wohnung:

Also denn,
viele Grüße mit 6 Stunden Verzug aus Toronto und wir skypen und sehen uns bald :) .
Christoph

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