Ich wohn in Toronto – bin ich jetzt hip?

Hallo liebe daheim gebliebenen,
jetzt bin ich seit 5 Tagen in Toronto und hab heute schon mein Appartment bezogen.
Was bis dahin alles passierte will ich mal kurz abhandeln 🙂

Wenn man allein auf Reisen ist, scheint es Gesetz zu sein, dass man in alle nur erdenklichen Fallen tappt, die es gibt.
Meine Reise begann am Montag morgen d. 1.10.2007 pĂŒnktlich um 6:30Uhr am Jenaer Westbahnhof. Ich nahm den Zug in Richtung Toronto.
Frankfurt Flughafen verlief recht reibungslos ausser dass ich beim Security Check nicht an meinen GĂŒrtel gedacht habe woraufhin es erstmal piepte.
Naja halb so schlimm.
Gegen 13:45 Uhr hob ich dann letztendlich ab. Vor mir standen ca. 8 Stunden Flug in der Lufthansa Economy Klasse. Das Essen war lecker, GetrÀnke gabs
genug, aber obwohl man zum Flugbeginn der Meinung ist, dass eigentlich recht viel Platz in den Sitzen ist, so wĂŒnscht man sich am Ende des Fluges man könnte seinen Sitz in
die Liegeposition begeben wie in der Business Class.

16:45 Uhr: Toronto hier bin ich.
Gekonnt verließ ich das Flugzeug in Richtung Einreiseschalter um meinen Ausweis vorzuzeigen. Im Flugzeug hatte ich bereits die Einreise unterlagen
ausgefĂŒllt, wo ich auch die Anzahl der Tage vermerkte die ich zu bleiben gedenke. Ganze 120 Tage.
Das mir dies Probleme bereiten wĂŒrde ahnte ich da noch nicht.

Am ersten Schalter wartete ein recht lĂ€ssiger junger Mann, der mich fragte was ich hier will, warum ich 120 Tage bleibe, wo ich ĂŒbernachte.
Ich erklĂ€rte dass ich fĂŒr 4 Monate Training bei der Mutterfirma bin. Er nickte immer, machte ein großes rosa Kreuz auf mein Formular und gab es mir
samt meines Passes wieder. „Das ging schnell“ dachte ich mir…
…dachte…
Als ich die TĂŒr zum GepĂ€ckschalter nehmen wollte, wurde ich von der Beamtin darauf aufmerksam gemacht, dass ich zur Immigration Office gehen mĂŒsse.
Well…und schon ging das Abenteuer los.
Mich erwartete ca. 30 Minuten Schlange stehen. Mit in der Schlange viele Leute denen es ging wie mir, die sich fragten, warum sie diesmal hier hin
mĂŒssen, aber beim letzten mal problemlos durchkamen. Ich beobachtete eine junge Frau, die sich scheinbar heftig in WidersprĂŒche verstrickte,
ein junges MĂ€dchen welches im harrschen Ton angewießen wurde, sich auf die Couch zu setzen und auf ihre Angehörigen zu warten, und dies
unter TrĂ€nen tat……und dann war ich auch schon an der Reihe.
Die gleichen Fragen…warum, wieso, so lange, wo….zum GlĂŒck hatte ich Schreiben meiner Firma, wo alles drauf stand, dass ich wirklich
dahin gehe, wo ich vorgebe hinzugehen.

Ok Immigration Office fertig. Mein GepÀck kullerte unterdessen schon auf dem Fussboden rum, da der nÀchste Flieger schon gelandet war.
Als ich dabei war meine beiden Koffer zusammen zu suchen, kamen zwei Officer mit den SpĂŒrhunden vorbei…dem Hund schien der Geruch meines Rucksacks so zu
gefallen, dass dieser garnicht mehr weg wollte….tja Fettnapf Nr. 2…ich wurde aufgefordert meinen Rucksack zu öffnen und auf einmal fiel es mir wieder ein..
MĂŒtter geben einem ja oft belegte Brote mit, die man dann aber doch vergisst zu essen, weil sie ganz unten am Boden liegen,
und es im Flugzeug reichlich gibt…dumm nur, wenn da auch noch Wurst drauf ist…dessen Einfuhr nicht gestattet ist.
Officer guggt Brot an, Christoph holt sich ne Standpauke ab und macht es nie wieder 🙂
Rucksack, zwei Koffer und raus dachte ich. Und wieder musste ich an einem Officer vorbei, der meinen Pass und meine ausgefĂŒllte Einreisekarte
sehen wollte und mich fragte, was ich denn 120 Tage lang hier mache. Er war zum GlĂŒck mit meiner Antwort schnell zufrieden und ich war
am Ende nach ca. 1,5h in der Eingangshalle des Flughafens.

Ich brauchte erstmal Kohle und versuchte mich an einem Geldautomaten, der aber meine EC Karte nicht wollte, die PIN meiner Kreditkarte hatte ich
wohl daheim gelassen und EUR Bargeld hatte cih nur 30 EUR die ich gleich in ca. 41$ umtauschte. ZusÀtzlich erfuhr ich auch, dass
man Taxi und Limo auch mit Kreditkarte bezahlen kann.
Schwups kam auch schon der erste Typ gelaufen der mir „Taxi?“ entgegen warf. „hmm eigentlich sollte ich ne Limo nehmen“, dachte ich.
Ich fragte ihn ob er ein Taxi oder eine Limosine fÀhrt und ob ich mit Kreditkarte bezahlen kann und wieviel es kostet.
Taxi, Kreditkarte ja, und 47$ wollte er vom Flughafen bis zum Hotel Downtown haben und er ging mit mir in Richtung Parkhaus.
„Parkhaus“….dachte ich…wie weit soll ich denn noch laufen… und als plötzlich ein Officer erschien, war der vermeintliche Taxifahrer urplötzlich
verschwunden. Der Officer fragte mich, ob mir eine Taxifahrt angeboten wurde, was ich bestÀtigte.
Er meinte „this guy is a scooper, he is not allowed to drive.“ Na toll, ich machte wieder kehrt und nahm mir eine offizielle
Flughafen-Limosine, die genau vor der TĂŒr standen, welche 3$ mehr kostet.

Gegen 18:30 Uhr kam ich dann endlich im Hotel an und knallte mich erstmal schön aufs Bett.
Ich nahm kurz eine Dusche und machte mich auf den Weg einen kleinen Spaziergang zu machen und die Gegend zu erkunden.
In einem netten Irish Pub ließ ich dann den Abend mit einem Guiness und Chickenwings ausklingen. Ich versuchte mein kommendes Jetlag etwas zu kompensieren,
in dem ich versuchte noch bis kurz nach 22Uhr TV zu schauen, was aber nicht viel half.

5:30 Uhr war ich irgendwie ohne Wecker wach.
Nach leckerem FrĂŒhstĂŒck hab ich mich dann gegen kurz nach 7Uhr auf den Weg ins BĂŒro gemacht.
Wie soll es anders sein, auch hier verlief mir ein kleiner Fehler: Ich hatte vergessen, dass fast alle Staßen in Toronto
eine East und eine West-Seite haben. Bevor ich losging hatte ich nochmal kurz gecheckt, wie die Route von Hotel zum BĂŒro ist
und hatte 156 Front Street eingegen. Dummerweise hat Google Maps automatisch 156 Front Street East daraus gemacht…ohne mir zu sagen dass ich eigentlich
in die 156 Front Street West will 😉 Also bin ich richtung East getrapt und wunderte mich nur, wo die ganzen Wolkenkratzer sind.
Recht schnell kehrte ich dann wieder um, in die richtige Richtung. Dummerweise schĂŒttete es mittlerweile wie aus Eimern,
so dass ich kurz nach halb acht etwas leicht durchnĂ€sst im BĂŒro ankam.

Am ersten Tag im BĂŒro (Dienstag) hieß es erstmal Kollegen kennen lernen und HĂ€nde schĂŒtteln. Gegen Mittag kam ich langsam dazu etwas produktives zu tun.
Am gleichen Tag hat ein Kollege dann auch schon einen Besichtigungstermin fĂŒr ein Appartment organisiert gehabt, welchen wir gegen 19Uhr
warnahmen. Ein kleines Haus im westen von Toronto, welches eine Etage vermietet. Etwas verwöhnt durch die kleinen Distanzen in Jena
und die Tatsache, dass ich dort immer die langsame Straßenbahn anstatt die UBahn nehmen musste, ließ mich etwas zögern und ich versuchte noch
ein paar andere Appartments anzuschauen. Leider erfolglos, da die meisten Appartments nicht fĂŒr die kurze Zeit die ich bleibe zu haben waren, oder
einfach nur zu teuer. Zu Teuer heißt hier zwischen 2000-2500 Dollar pro Monat.

Fazit:
Die erste Woche verlief nach den erwÀhnten kleinere Startschwierigkeiten recht ruhig, mein Jetlag hat sich langsam gelegt, so dass ich mittlerweile erst
gegen 6:30Uhr aufwache und heute hab ich mein Appartment bezogen. Es sieht trotz Möblierung noch etwas kahl aus, deshalb werd ich morgen gleich mal
einkaufen gehen. Sobald ich mir einen Kartenleser zugelegt habe, gibts auch endlich die ersten Fotos.

Auf der Karte könnt ihr meinen Arbeitsweg sehen. Die rote Markierung ist meine Wohnung:

Also denn,
viele GrĂŒĂŸe mit 6 Stunden Verzug aus Toronto und wir skypen und sehen uns bald 🙂 .
Christoph

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Eine Antwort auf Ich wohn in Toronto – bin ich jetzt hip?

  1. kikkikakka sagt:

    …fetzt =)

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