Zweite Woche Toronto – es geht langsam los

Die dritte Toronto Woche hat mittlerweile begonnen und man kann schon von „eingelebt“ sprechen.
Mein Appartment oder besser meine Wohnkueche sieht nach mittlerweile 3 Einkaeufen nach Kueche aus und am Wochenende ueberlege ich auch schonmal ob ich lieber Steak oder Nudeln machen will 🙂
Auf Arbeit laeuft es auch sehr gut. An meinem Geburtstag vergangenen Donnerstag musste ich sogar feststellen, dass ich nun nicht mehr der juengste Mitarbeiter bin, da mich das juengste Mitglied der Torontomannschaft mit 23Jahren doch etwas unterbietet.

Das Wochenende verlief etwas anders als geplant. Urspruenglich hatte ich vor, die Niagra-Fall Tour mitzumachen, da ich diese vor 2 Jahren bereits nicht mitgemacht habe. Leider war der Samstag Morgen so grau und windig, dass ich mich nicht recht aufraffen konnte.
Stattdessen verbrachte ich den Samstag komplett mit spazieren und pseudo-Shopping in der Innenstadt. Ich drehte eine recht grosse Runde beginnend ab Spadina-Queen (da Tonto’s Strassennetz auch im Schachbrettmuster angeordnet ist, orientiert man sich immer an Kreuzungsnamen), ueber einen super Musikladen in Steve’s Music Store, ueber Queens-College Richtung Norden zur University um von dort aus wieder den Bogen nach Downtown einzuschlagen, wo ich schlussendlich im Eaton-Centre landete.

mich wuerde mal interessieren, wie oft dieses Foto in irgendwelchen Blogs erscheint 😉

Und schon war es auch schon wieder Abend und ich hatte Lust auf Livemusik. Da ich leider noch nicht so die Szenekontakte habe, um zu wissen, welche Laeden hier eher das tolle Kassa oder die Rose sind, und welche eher doch nur Uma Carlson, peilte ich genau wie vor 2 Jahren mal wieder die Horseshoe Tavern an.
Diese Entscheidung stellte sich als grossartig heraus: Dort startete gegen 9:30Uhr das Finale der „Indie weeks“, einer Art Bandcontest. Somit hab ich mir fuer 10 CAD ich glaube min. 6 absolut geile Bands angehoert, welche mich einer nach der anderen vom Hocker gehauen haben.
Die erste Band die bereits spielte, erinnerte mich irgendwie an Chevelle, aber leider fehlte mir immer kurz nachdem die Spannung stieg, die Vollendung des Spannungsbogens…sprich es war immer kurz davor zu rocken.
Um so krasser kam die naechste Band „Sons and Lovers“ daher, welche einfach mal 15-20 Minuten (mir kam das Zeitlimit sehr kurz vor) nonstop Hardcore- Emo- Prog was weiss ich noch vom feinsten hingeballert haben. Die Buehnenshow war dermassen energiegeladen, so dass es nicht lange dauerte bis ich in der ersten Reihe der leider noch recht maessig gefuellten Hufeisen-Taverne stand. CD und T-Shirt hab ich mir dann gleich zugelegt. CD ist gut, live ist besser, aber fuer 5 CAD mehr als fair.
http://myspace.com/sonslovers – wurde gleich geaddet.

Die naechste Band deren Namen ich noch rausfinden muss, uebertraf die vorhergehende Band nur noch im Freakfaktor. Ich frage mich immer noch ob das „Wir sehen alles aus wie „Abiturienten-Hillbillies mit Flanellhemden in die Hose gesteckt und haben Mami versprochen um 11 zu Hause zu sein“ Konzept ist oder ob die wirklich so sind. Ich glaube eher letzeres. Als die angefangen haben sind die einfach mal total ausgetickt, und haben irgendwas aus Hardcore, total melodischen balladioesen Passagen und viel Geschrei hingelegt. Die Typen abgehen zu sehen war eine reine Freude.

Die weiteren Bands waren auch alle durchweg technisch wie musikalisch perfekt. Gewonnen hat am Ende eine Band die extra aus Irland angereist war. Man hoerte den musikalischen Unterschied sofort, dass die irgendwie eher von der Insel kommen.
So gegen 1Uhr hab ich mich dann doch recht frueh auf den Heimweg begeben – man will ja klein anfangen, ausserdem wurde es dann allein etwas oede. Ich hoffe mein Kollege und eingefleischter Kanada-Musikszene Fan hat die kommenden Wochenende etwas mehr Zeit um mir die coolen Locations zu zeigen. Aber ein gelungener Auftakt ins Nachtleben war der Samstag schon. Es stellt sich halt wieder heraus, dass Auslandssemester und Arbeiten im Ausland eine grosse Differenz aufweisen – im Auslandssemester hat man die Parties und Freunde schon mitgebucht, bei Arbeiten und Wohnen dauert es ne Weile. Aber das ist mir ja 2005 hier schon aufgefallen.

Soviel zur aktuellen Lage hier. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Anzahl Fettnaepfe in die ich seit meiner Ankunft getreten bin, drastisch verringert hat, und so langsam wird es richtig schoen sich auf das Studieren der Eigenheiten und Unterschiede der Kanadier zu konzentrieren. Das was einem zu erst auffaellt: alles ganz schoen „easy going“ – oder auch langsam hier. Dabei soll laut Klaus Toronto zu den hektischsten Staedten von Kanada zaehlen – ich freu mich auf Vancouver 🙂

In diesem Sinne,
bis zum naechsten Update.

Christoph

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