6,30$ – oder wie ich das letzte mal ein Becks in Toronto bestellte…

…nun ist die 4. Woche fast vorbei und mal wieder Zeit fuer einen kleinen Statusbericht. Eingelebt bin ich mittlerweile sehr, was ich z.B. daran festmache, dass ich beim allmorgentlichen Besuch in meiner Lieblingskaffeekette nicht mehr sagen muss, was ich gern haette, sondern ich bekomme es einfach 🙂 „a small latte?“ schallt es mir mittlerweile immer von der bereits grinsenden Verkaeuferin entgegen, sobald ich den Laden betrete. Ob das an meiner Erscheinung, oder einfach meiner auffallenden Kaffeesucht liegt kann ich noch nicht beurteilen – lustig finde ich es trotzdem.

Um den Bezug zur Ueberschrift wieder herzustellen komme ich wieder auf den vorgestrigen Freitag zurueck, den ich zu einem Drittel wie ueblich im Buero und zu einem weiteren Drittel mit Scott und Martin um die Haeuser ziehend verbrachte.

Wir trafen uns Ecke Queen-Street West / Niagra Road bei Brand’s Appartment, wo dieser mit seiner Freundin Julie wohnt. Als ich die Wohnung betrat fuehlte ich mich irgendwie auf Anhieb zu Hause….Musikinstrumente waren in dieser Wohnung genauso praesent wie in meiner Bude in Jena…das war toll. Da eine Telecaster an der Wand, dort ein Fender Combo auf dem Boden, dort ein Keyboard in der Ecke und eine Akkustikklampfe auf dem Sofa. Ich nutzte natuerlich die Moeglichkeit meine bereits eingerosteten Finger wieder etwas ueber die Saiten zu schrubben. Im Gespraech stellte sich dann heraus, dass diese Wohnung so ziemlich das beste ist, was einem Musiker mit Band passieren kann. Drunter wohnt niemand. Zur rechten nebenan auch nicht und die einzige Nachbarin die auf der anderen Seite nebenan wohnt, hat 2 Baeder dazwischen. Deshalb hatte die Band auch bereits im Wohnungzimmer komplett inklusive Schlagzeug geprobt. Als ob das nicht schon genug Luxus waere, nein es kommt noch besser…der Proberaum der Band ist einfach mal genau auf der gegenueberliegenden Strassenseite. Luftlinie 30 Meter. Frechheit! Tja, aber einen Haken hat die Sache doch: im Vergleich zu uns daheim blechen die Leute von „Bellevue“ auch etwas mehr als 400$ pro Monat, koennen aber ab 12Uhr mittag bis Mitternacht rein. Ueber unsere Proberaummiete konnten die nur neidisch laecheln. Gesehen habe ich den Raum leider noch nicht, das passiert naechsten Samstag wo wir uns zum gemeinsamen jammen treffen wollen.

Den Abend begannen wir mit einem von Scott mitgebrachtem Sixpack Becks (zu diesem Zeitpunkt war mir der Preis noch nicht bewusst) und diversen anderen kanadischen Bieren und der Diskussion dieser. Unter anderem entbrandte eine Diskussion ueber ein Coffee-Beer, welches in der Runde rum ging und ungefaehr aussah wie bei uns Bibop, nur das da eben Bier und Kafffee gemischt war. Das schmeckte auch garnicht mal so gut!

Nachdem es dann langsam fast halb Mitternacht wurde begaben wir uns auf den Weg in Richtung Horseshoe Tavern. Der aufmerksame Leser merkt, diese Location erwaehnte ich bereits mehrfach. So auch an diesem Abend zog es uns in das Hufeisen, und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, standen wir diesmal sogar auf der Gaesteliste. Zu sehen gabs 2 Bands, wobei die 2. Band, welche mit Scott befreundet waren und denen ich den Gaestelistenplatz zu verdanken habe und eine Vorband namens „Young Rivals„. Ich glaube das schlimmste was eine Band hoeren kann ist, wenn man ihr sagt, dass man die Vorband besser fand als sie. Deshalb behielt ich das fuer mich und kaufte mir TShirt und Demo der jungen Rivalen die einfach mal mit irgendwas retro-rockabilly’n’roll die sehr gut gefuellte Taverne rockten. Die Typen sahen so richtig schoen ehrlich Hippie aus, ohne es sein zu wollen und machten ebenso ehrlich songs die voll ins Blut gingen (Leider ist der erste Song bei MySpace nicht so der Reisser…). Ich positionierte mich im Stereobild mittig und genoss die Show. Ein nettes Gespraech mit dem Bassisten John am Merchstand ueber deren Konzerte, Tour usw. rundeten den Abend ab. Wir schauten uns noch zusammen die Headliner an, die auch sehr gut waren, ich aber eigentlich immer noch zur Vorband abging.

Fazit: Trotzdem ein super Abend, wieder neue nette Leute kennengelernt und neue Musik fuer die Ohren, ganz im Sinne von „Support your local scene“.

Warum aber zur Hoelle die Ueberschrift? Ich machte den grossen Fehler an der Bar etwas zu bestellen was ich kannte….“can I have a Becks?“ quasselte ich drauf los, ohne drueber nachzudenken, welchen langen weg die Flasche ueber den Teich bis hinter die Tavernenbar hinter sich hatte. Bier ist hier teuer, aber ich zahle nieeeeee wieder 6,30$ fuer ein verdammtes kleines Becks! So!

Der Samstag begann entsprechend spaet und wurde ausser fuer Einkaufen, Friseur und Relaxen auch fuer nichts sinnvolles genutzt. Die mega Drum’n’Bass Party fuer 25$ Eintritt am Abend schenkte ich mir dann doch und halte zukuenftig ausschau nach Drum’n‘ Bass Events der niedrigeren Preisklasse…falls es die gibt.

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4 Antworten auf 6,30$ – oder wie ich das letzte mal ein Becks in Toronto bestellte…

  1. Sabbi sagt:

    Hey Christoph,
    liest du noch deine studvz Nachrichten?

    Gruss aus Schwarzafrika,
    Sabbi

  2. F sagt:

    „a small latte?“
    hihi, die kennt dich dann wohl doch schon etwas besser, hihi

  3. ronnyronsen sagt:

    „a small latte?“ rydge da ĂĽberlegst du noch an was es liegt, sicher nicht an deiner „auffallenden Kaffeesucht“ :-))))))

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