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Toronto nicht nur kalt sondern “frozen”

Februar 24th, 2008 | By Christoph in Allgemein, Canada | No Comments »

…hach ja das Eaton Centre….da waer ich gern dabei gewesen :)

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Toronto – Eindruecke – Erfahrungen – Der Abschlussbericht

Januar 14th, 2008 | By Christoph in Allgemein, Canada | No Comments »

Es geht auf die letzten 2 Wochen Toronto zu und ich hab mir vorgenommen in diesem Eintrag mal die Dinge zusammen zu schreiben, die in irgendeiner Weise einen Eindruck auf mich gemacht haben.

Rockmusik

The Germans - Toronto
Eine Sache die mir mit der Zeit aufgefallen ist, ist die Leidenschaft der Leute hier fuer Rockmusik. Im Sommer werden hier riesige Buehnen in der Stadt aufgebaut und da spielen einfach mal lokale und nationale Rock/Emo/Alternative Groessen wie Billy Talent, Alexis on Fire, Finger Eleven neben Popkram wie Fergy und Avril Lavigne. Das muss man sich mal vorstellen: selbst Silvester spielt bei uns maximal Phil Colins oder U2 vorm Brandenburger Tor, meist aber irgendwelcher Radiopopmist in der Oeffentlichkeit und verlangt uns ungeniert audiophile Schmerzfreiheit ab. Hier fand ich die Welt in Ordnung, mit handgemachter Musik, laut, viel und Bier :)

Streetcars

Streetcars – bei uns Strassenbahnen.
Kurz gesagt: kein Fahrplaene und wenn eine kam dann meist ueberfuellt. Sehr oft habe ich vier davon direkt hintereinander verpasst und nach 20 Minuten warten dann die naechste ueberfuellte genommen.
Der Vorteil: wenn man krank werden will, dann ist die Chance sich so eine Richtig moerderische Grippe einzufangen, dort am groessten :)

Kaffee

“Der teure ist ok, der normale wie Tee”
Also alles was sich Regular Coffee nennt und aus den grossen 3-4 Liter “Tanks” kommt, schmeckt irgendwie nur halb so geil und irgendwie anders als das was bei Oma zum Kaffeetrinken auf den Tisch kommt. Bestellt man allerdings nen Latte Machiato der mit Espresso zubereitet wurde ist die Welt in Ordnung. Aber ich glaube das ist nicht nur ein kanadisches sondern ein nordamerikanisches Problem. Das war vor 5 Jahren in den USA aehnlich.

Grippe
Grippe ist hier etwas auf das man verzichten kann. Was ich bisher daheim als 1-2 Tage anhaltende Arbeitspause kannte, zeigte sich hier als 6 taegige Ganzkoerperlaehmung mit 2 woechigem Nachhall.
Naechstes mal Grippeimpfung!

Autos
…haben Leute die im Zentrum wohnen keine. Braucht hier auch keiner. Man steht damit nur im Stau, zahlt 20 CAD Parkhausgebuehr pro Tag und ist konstant langsamer als die UBahn. Stattdessen werden hier Konzepte wie “Auto-Share” genutzt, wo man gegen eine Monatsmiete Zugriff auf ein Auto hat, was man sich mit anderen teilt…oder halt Taxis…

Taxis
…gibts wie Sand am Meer so lange man sich in der “Downtown”ish area aufhaelt und sie werden auch fuer alles genutzt – besonders zu einkaufen. Rueckblickend muss ich sagen, dass Taxis relativ guenstig sind. Eine vergleichbare Fahrt von Jena-Zentrum nach Winzerla kostet 10 CAD, das sind ca. 7 EUR. Deshalb hab ichs mir auch mal gegoennt und meinen Partyeinkauf mit dem Taxi gemacht :)

Kanadier…
…findet man in Toronto nur zu ca. 47 Prozent. Der Rest kommt aus aller Welt und aus Jena. Ich fand es in der ganzen Zeit sehr angenehm. “There’s no racism…we just get along with eachother…” erzaehlt der Busfahrer. So war auch mein Eindruck. Es gibt natuerlich auch Ecken, die man in Toronto meiden sollte, aber wenn man zentral wohnt, muss man dafuer erstmal ne halbe Stunde fahren….macht man also nicht.

Fernsehen
…was bei uns Kabelfernsehen und Telekom ist, ist hier Rogers. Die meisten haben ein Komplettpaket mit TV, Telefon und Internet und wie bei uns kommt im TV nur Schrott, aber auf englisch. Gesamtlaufzeit nach 4 Monaten: 4 Stunden…ungefaehr ;)

Essen

In Toronto Essen gehen fetzt. Man kann hier Wochen lang jeden Tag was neues Entdecken. Mein Favorit bisher: Korean Barbeque Queenstreet West. Kurz beschrieben ist jeder Tisch ein Gasherd mit Grill-Loch in der Mitte. Je nach Menu wird diese angeschmissen und man bruzelt dann gemuetlich sein Fleisch. Da wir Hektiker sind und nie Zeit haben, haben wir das nie gemacht, sondern immer nur die Lunch-Combos genommen. Das ist dann Fleisch in Holzboxen mit Reis und schoenen scharfen Sossen.
… und sonst so: Sushi-Bars waren auch sehr schick: leider reicht mir Sushi einmal im Monat. Hamburger in Restaurants: sehr zu empfehlen. Steaks: Der Wahnsinn.

Kredit und Karten
…eines der am haeufigsten von mir losgetretenen Diskussionen: Das Leben auf Pump. Alles begann damit wie ich mich fragte, wie zur Hoelle sich hier Leute 40qm Wohnungen fuer 300.000 CAD kaufen oder fuer > 2000 CAD pro Monat mieten koennen. Diese piekfeinen aus dem Boden gestampften Hochhaeuser, werden hier bei Kauf als Condominium “Condo” oder bei Miete als Appartment bezeichnet. Waerend fuer mich meine Kreditkarte nur eine weitere Form des Zugriffs auf das Geld AUF meinem Konto ist, wird die Kreditkarte hier wirklich mit Vorlieb dazu genutzt Schulden zu machen.
“I just pay the minimum rate of 50$…” “Wie jetzt”
war meine Reaktion. Wenn Leute hier was mit Kreditkarte bezahlen, dann kommt die Rechnung am Monatsende. Anstatt aber den kompletten Betrag zu bezahlen, kann man auch jeden Monat nur 50$ bezahlen. Das ist natuerlich sehr praktisch, da eigentlich jeder 50$ hat. Komischerweise denkt hier kaum einer daran, dass sich im Hintergrund schoen die Schulden aufbauen, plus Zinsen an die Bank.
Dies wurde mir von sovielen Leuten bestaetigt, dass ich mich frage wie das geht. Wie es geht wurde mir dann auch erzaehlt. Wenn die erste Bank die Kreditkarte sperrt, weil nicht mehr zurueckgezahlt wird, dann wird einfach bei der naechsten Bank angeklopft, und das gleiche Spiel geht von vorn los. Menschen sind oft mit 30 Jahren mit tausenden Dollarn verschuldet…und das oft nicht, weil es nicht anders geht oder unglueckliche Umstaende es nicht anders zulassen, sondern aus Konsumrausch und Kurzsichtigkeit.
Nun ja, ist halt einiges bissl anders hier.

Rauchfreie Bars, Clubs und Restaurants…
…gibt es hier :) Wovor daheim alle Angst haben ist hier an der Tagesordnung und funktioniert ohne Diskussion. Raucher talken vergnuegt im Freien, Nichtraucher stinken nicht mehr und alle sind gluecklich.

Trinkgeld,

10-15%, eher 15% sollten es schon sein, wenn man nicht absichtlich unhoeflich sein will. Da das Grundgehalt vieler Angestellten in Restaurants fast unter dem Grundgehalt von ca. 5-6 CAD liegt, macht das Trinkgeld einen Teil des Einkommens aus. Ist dann auch lustig, wenn man von nach Deutschland gereisten Kanadiern verwundert berichtet bekommt, dass sie schief angeschaut wurden, als sie beim Bier bestellen Trinkgeld geben wollen :)

Nachsynchronisierte Filme
Ist hier nicht sehr anerkannt. Wir Deutschen sind es ja gewohnt, dass so ziemlich jeder auslaendische Streifen sehr professionell ins Deutsche synchronisiert wird. In diesem Punkt haben wir mit den Kanadiern nichts gemeinsam. Hier bevorzugt man es jeden nicht englisch- oder franzoesischsprachigen Film in Originalsprache mit Untertitel zu sehen. Das ist nicht nur so, sondern das sagen die Leute auch so. Ich fands nach etwas Eingewoehnung auch klasse und hab franzoesische, spanische und sogar einen rumaenischen Film mit engl. Untertitel geschaut. Es wirkt alles wesentlich echter.

….aber kurz gesagt: Unterschiede und Besonderheit gibt es ueberall und ohne Zweifel waren das verdammt schoene 4 Monate Lebenserfahrung.

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Happy New Year 2008

Januar 1st, 2008 | By Christoph in Allgemein, Canada | 1 Comment »

ich wuensche euch allen ein gesundes neues jahr mit viel gesundheit, kreativen neuen ideen und vielen positiven ueberraschungen.

in den letzten wochen war es ja hier ruhig, aber das war nur die schreibfaulheit. langweilig wars mir aber ganz und gar nicht , was ich jetzt hier mal der reihe nach festhalten will.

in der firma gabs neben einem stressigen weihnachtsgeschaeft auch ein paar lichtblicke. ich war zum zweiten mal beim “Fooseball Cup” dabei und hab es sogar mal wieder bis in die zweite runde geschafft, was haben nichts heisst :)

in der gleichen woche wurde ich nach einem spontanen gespraech in einem meiner lieblings-cafes im “Tequilla Bookworm” von kiera auf eine party eingeladen. dort wurde der geburtstag von erin bei kate gefeiert und wie es der zufall so wollte, landeten wir nach einer herrlichen kaeseplatte einem der wenigen tanzschuppen die ich bisher so kenne. im “751″ in der queenstreet gabs electro und auch das hab ich so noch nicht gesehen…der dj hatte nur einen ipod…das wars…das fand ich jut, dit jefaellt ma und dit jing ab. den leuten und uns wars egal, weil musik kam auch ohne plattenteller aus den boxen. der zufall meinte es an diesem abend ein weiteres mal gut mit mir, als dann auch noch mein griechischer kollege und musikliebhaber Garry stark angeheitert neben mir auf der tanzflaeche abging. ich fragte mich nur, warum zur hoelle trafen wir uns genau in diesem laden, dessen tanzflaeche kleiner als die des rosenkellers ist und wo es doch 10 mio. andere locations in toronto gibt…?
diese wochenenden wurden die darauffolgenden wochenenden wiederholt und so lernte ich noch weitere nette laeden in toronto kennen, in die ich sonst wahrscheinlich garnicht gekommen waere.

das naechste highlight war dann natuerlich weihnachten und der letzte arbeitstag vor meinem urlaub: die weihnachtsfeier.
in einer kleinen schmucken location namens “one up lounge”, die mit 50 leuten kuschelig voll wirkt, haben wir mit der firma das vergangene jahr begossen und gefeiert. das war mit abstand die tollste weihnachtsfeier die ich erlebt habe. es wurde getanzt, gesmalltalked und auch ernsthaft geredet und man hat unsere multikultimanschaft mal von einer ganz anderen seite kennengelernt. da soll mal einer sagen it-people sind langweilig…das sind alles durchgeknallte chaoten die auf jeden fall verstehen party zu machen. leider war es gegen 12uhr schon zu ende, weshalb scott und ich auf die dumme idee kamen, uns noch im 751 ein bier zu genehmigen….dumme idee, wie ich am naechsten morgen feststellte, als ich 15uhr wieder aufwachte….zum glueck hatte ich ja urlaub… :)

weihnachten wurde entspannt bei sirkos familie verbracht, mit dresdner stollen, kirche mit krippenspiel auf kanadisch, geschenken am 25. und weihnachtsente…fast wie daheim. hinzuzufuegen ist: wir hatten weisse weihnachten! interessant war auch mein vorheriger abstecher im spielzeug geschaeft…ich habe noch nie ein spielzeugladen mit leergekauften regalen gesehen…krass.

die restlichen tage bis weihnachten hab ich neben schlafen, kaffeetrinken, schlafen..und kaffeetrinken nicht viel gemacht.

DOCH! Freitag 28.12…ich hatte es bereits angekuendigt…das highlight: Billy Talent in der Phoenix Concert Hall. Dadurch, dass Scott’s Frau Brenda bei der “Multiple Sclerose Society Toronto” arbeitet und der BT Drummer Aaron daran erkrankt ist, kamen wir in den genuss von VIP-Paessen fuer dieses Benefizkonzert. Fuer mich VIP Premiere ueberhaupt lernte schnell was das eigentlich heisst: d.h. man sitzt oben in einer art loge, hat sitzplaetze mit tisch und einen freien blick auf die buehne und haengt neben freunden und familie der band rum und trifft z.B. auch mal bassisten von Sum41, die neben einem stehen. waerend des konzertes hab ichs mir natuerlich nicht nehmen lassen mich trotzdem nach vorn zu boxen und mir BT kurz hinter der moshcrowd anzuschauen, weil rockbands fetzen nun mal nicht im sitzen…der einzige nachteil von VIP plaetzen ;)
kurz zusammengefasst: der hammer! eine meiner lieblingsband schlechthin und dann auch noch in einem club der groesse des Kassa in jena. das i-tuepfelchen war dann die “aftershow party”, zu der man – wie sollte es anders sein – natuerlich nur mit diesem VIP-baendchen reinkam. nachdem der saal also leer war, waren wir mit den ganzen anderen friends and fellows von bt in einem kleineren saal und spielten billard, laberten dumm rum und bestellten uns zusammen mit den billy talent jungs bier. eine total abgefahrene situation. und ausserdem: billy gitarristen bezahlen sogar ihr bier selbst…mit echtem geld…
danach gingen wir gegen 1uhr heim und ich fuehlte mich kurzzeitig wie mit 14 jahren zum h-blockx konzert im jenaer volkshaus :)


dann war auf einmal silvester und fast haette ichs vergessen. wie ich einigen schon berichtet habe, war das fuer mich das erste silvester ohne dass ich eine einzige rakete oder einen knaller gehoert habe. feuerwerk ist zu silvester absolut unueblich, was einen europaer natuerlich denken laesst, er ist im falschen film. in geschaeften gibt es nicht mal feuerwerk zu kaufen und einige sagen sogar es ist nicht erlaubt. stattdessen feuerwerken die kanadier lieber im sommer zum victoria day . das macht hier auch durchaus sinn, denn es ist im winter schweinekalt und da wuerde kein kanadier auch nur auf die idee kommen, den fuss ins freie zu setzen oder die handschuhe auszuziehen. es gab in der city zwar ein grosses offizielles feuerwerk so wie man es kennt, aber privatleute haben das nicht gemacht.
ich fand das toll, denn wir waren eh in einem club namens Lee’s Palace und haben uns “The Golden Dogs” angeschaut, ganz ohne krieg wie man das von daheim an silvester kennt. nachdem wir uns alle umarmt und ein happy new year gewuenscht hatten und die band gegen 2uhr leider fertig war wurde ich von scott’s freunden (der hatte sich mit brenda schon 2h eher verduennisiert) auf eine privatparty eingeladen. es stellte sich heraus, dass es ein schwieriges unterfangen war um diese zeit ein taxi zu nehmen. entweder waren sie schon voll, es wurde einem vor der nase weggeschnappt, oder taxifahrer waren so dreisst 30$ fuer eine 6$ taxifahrt zu verlangen. nunja letztendlich kamen wir doch an und es war ein netter ausklang beim tanzen im wohnzimmer von – ich glaube – Julia und friends.
fazit des abends: ich hatte von der weihnachtsfeier gelernt und blieb den abend nur bei bier, war gegen 4:30uhr wieder daheim und hatte mein namensgedaechtnis mal wieder bis aufs aeusserste strapaziert. scheinbar war es der kanadische kaffee den wir vorm ausgehen getrunken hatten oder das letzte guiness das ich vorm heimmarsch getrunken habe, aber aus irgendeinem grund hab ich nach knapp 5h schlaf einfach damit aufgehoert und war ploetzlich ein bissl zu wach um muede zu sein. naja nun sitz ich hier und schreibe das vergangene jahr im neuen jahr runter.

nu ist schluss damit, wir haben 2008 und mein kaffee ist alle! ich mach mich jetzt wieder raus in den schnee und heim und wuensche euch noch einen schoenen abend und einen guten start ab morgen, was auch immer ihr macht…arbeiten, studieren, schlafen.

machts gut,
das war christoph fuer keksrolle.de aus toronto

p.s. viel spass damit:

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Halbzeit Toronto 2007

Dezember 2nd, 2007 | By Christoph in Allgemein, Canada | 1 Comment »

Gestern war der 1. Dezember, Halbzeit meines Torontoaufenthaltes und Winterbeginn. Der Winter kam hier ganz fies von hinten. 22Uhr gestern war die Welt noch in Ordnung und gegen 1:30 Uhr bedeckte min. 10 cm Neuschnee die Strassen. Das ganze eingepackt in einen kraeftigen Schneesturm vom feinsten.

Aber einen Schritt zurueck. Das letzte Wochenende begann mal wieder mit einem “spontaneous friday” wie ich ihn mittlerweile nenne. Das sind immer jene Freitage wo ich mir am Morgen denke: “ach heute nehm ich mal den laptop mit, um mich nach der arbeit schoen in ein cafe zu setzen.” immer wenn ich das mache, klappt das nie, und es wird immer ein aufregender freitag. Also im prinzip immer genau das gegenteil von dem was passiert, wenn man seit monaten mal wieder zu einem fussballspiel der eigenen mannschaft geht, die dann auch noch verliert und man sich fragt, ob das jetzt daran liegt, dass man selbst da war.
Der letzte freitag begann also mit einem bier mit vielen kollegen im “loose mose”, einer typischen sportbar gleich neben dem buro im herzen von downtown. Nagut es war nicht nur ein bier, da man hier in einer gruppe immer gleich einen Pitcher bestellt. Das sollten wir daheim auchmal einfuehren. Dort wurde ich gefragt, ob ich mit zu einem Americal Footballspiel kommen wolle. Klar! Der Kartenpreis von 30$ schreckte mich zwar anfangs ab, aber da ich noch nie bei einem solchen Spiel war, sollte es egal sein. Gluecklicherweise waren wir spaet dran und das spiel hatte schon begonnen, so dass wir vor der Tuer von einem Sculper eine Karte fuer nur 10$ bekamen (das sind die Typen, die die Karten schwarz verkloppen). Und wir hatten sogar glueck und die Karte war nicht gefaket :)

Daheim haette ich wahrscheinlich gesagt, dass wir uns einen Platz mit einer schoenen Aussicht gesucht haben, aber fuer einen Sportfan waere das wohl der denkbar unguenstigste Platz gewesen. Ganz weit weg vom eigentlichen Ort des Geschehens. Das Spiel war mir egal und ich genoss die Atmosphaere im Stadion. Ist schon echt klasse, wie riesig das alles ist und was fuer ein Event selbst ein Footballspiel der Universitaetsliga ist. Tausend Cheerleader, Livebands (es haben Ill Scarlett gespielt) und Liveberichterstattung und alles auf riesigen Leinwaenden uebertragen. Nach diesem Ereignis muss ich sagen, dass Football eine echt lustige Sportart ist: Leute geben Unmengen von Kohle aus, um sich ein Spiel anzukucken, wo ein Spielzug maximal 5-10 Sekunden andauert – ungefaehr so spannend wie ein Film mit Werbeunterbrechung alle 5 Sekunden.
Wir hatten einen tollen Abend, haben viel gelacht und auch manchmal auf das Spiel geachtet :)
Da das Spektakel schon gegen 11Uhr zu Ende war, bin ich mal wieder im Horseshoe gelandet und mir noch ne Band angesehen.

Dieses Wochenende zaehlte ganz klar zu den bisherigen Hoehepunkten des Aufenthalts hier: Erstmalig nach 2 Monaten musikalischer Teilabstinenz habe ich mal wieder richtig Musik gemacht. Scott, Dann, Matt und ich haben uns am Samstagabend zu einer gemeinsamen Jamsession im Proberaum von Scotts Freunden von “Bellevue” getroffen. Gespielt wurde alles, was man mit 3 Akkorden spielen kann plus diverse Variationen von ” I will survive” :) Ueberraschenderweise konnten alle Anwesenden alle vorhandenene Instrumente spielen, so dass wir Gitarre, Bass und Schlagzeug reihum tauschten und die 4stuendige Session kein bisschen langweilig wurde. Interessant war auch die Location an sich:

Ein ehemaliges Hotelgebaeude komplett mit Proberaeumen ausgebaut. Sowas brauchen wir in Jena und die Proberaumsuche haette ein Ende.
Als die Session vorbei war, war der Schneesturm in vollem Gange.
Wir mussten das Auto freikratzen und ich wurde gluecklicherweise noch heimgefahren.

Ich hoffe, dass sich das bald wiederholt und wuensche euch noch einen schoenen restlichen ersten Advent.

Ciao
Christoph

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Zu Gast in Toronto zum…

November 23rd, 2007 | By Christoph in Allgemein, Canada | No Comments »

Tja, lange gabs nichts neues von mir. Die letzten 2 Wochen waren wegen des aktuellen Weihnachtsgeschaeftes recht kurzweilig auf Arbeit, weshalb ich nicht wirklich zu irgendwas anderem gekommen bin. Hier und da ein paar neue Fotos, welches es auch in in der Galerie gibt.

Seit heute ist es in Toronto Winter. Jeder hatte mich bis jetzt gewarnt, doch jetzt ist es wahr geworden. Gestern noch +14 Grad mit Regen, heute alles in weiss und Minusgrade. Waerend ich froestelnd an der Strassenbahnhaltestelle stand und das Verkehrschaos beobachtend auf mein Streetcar wartete, kam ich mit einem sehr netten Australier-Torontonier namens Marc ins Gespraech, der mir auch gleich noch von -40 Grad Celcius-Wintern erzaehlen musste.

Also dann,
eisige Gruesse bis zum naechsten Update.

Christoph

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6,30$ – oder wie ich das letzte mal ein Becks in Toronto bestellte…

Oktober 28th, 2007 | By Christoph in Allgemein, Canada | 3 Comments »

…nun ist die 4. Woche fast vorbei und mal wieder Zeit fuer einen kleinen Statusbericht. Eingelebt bin ich mittlerweile sehr, was ich z.B. daran festmache, dass ich beim allmorgentlichen Besuch in meiner Lieblingskaffeekette nicht mehr sagen muss, was ich gern haette, sondern ich bekomme es einfach :) “a small latte?” schallt es mir mittlerweile immer von der bereits grinsenden Verkaeuferin entgegen, sobald ich den Laden betrete. Ob das an meiner Erscheinung, oder einfach meiner auffallenden Kaffeesucht liegt kann ich noch nicht beurteilen – lustig finde ich es trotzdem.

Um den Bezug zur Ueberschrift wieder herzustellen komme ich wieder auf den vorgestrigen Freitag zurueck, den ich zu einem Drittel wie ueblich im Buero und zu einem weiteren Drittel mit Scott und Martin um die Haeuser ziehend verbrachte.

Wir trafen uns Ecke Queen-Street West / Niagra Road bei Brand’s Appartment, wo dieser mit seiner Freundin Julie wohnt. Als ich die Wohnung betrat fuehlte ich mich irgendwie auf Anhieb zu Hause….Musikinstrumente waren in dieser Wohnung genauso praesent wie in meiner Bude in Jena…das war toll. Da eine Telecaster an der Wand, dort ein Fender Combo auf dem Boden, dort ein Keyboard in der Ecke und eine Akkustikklampfe auf dem Sofa. Ich nutzte natuerlich die Moeglichkeit meine bereits eingerosteten Finger wieder etwas ueber die Saiten zu schrubben. Im Gespraech stellte sich dann heraus, dass diese Wohnung so ziemlich das beste ist, was einem Musiker mit Band passieren kann. Drunter wohnt niemand. Zur rechten nebenan auch nicht und die einzige Nachbarin die auf der anderen Seite nebenan wohnt, hat 2 Baeder dazwischen. Deshalb hatte die Band auch bereits im Wohnungzimmer komplett inklusive Schlagzeug geprobt. Als ob das nicht schon genug Luxus waere, nein es kommt noch besser…der Proberaum der Band ist einfach mal genau auf der gegenueberliegenden Strassenseite. Luftlinie 30 Meter. Frechheit! Tja, aber einen Haken hat die Sache doch: im Vergleich zu uns daheim blechen die Leute von “Bellevue” auch etwas mehr als 400$ pro Monat, koennen aber ab 12Uhr mittag bis Mitternacht rein. Ueber unsere Proberaummiete konnten die nur neidisch laecheln. Gesehen habe ich den Raum leider noch nicht, das passiert naechsten Samstag wo wir uns zum gemeinsamen jammen treffen wollen.

Den Abend begannen wir mit einem von Scott mitgebrachtem Sixpack Becks (zu diesem Zeitpunkt war mir der Preis noch nicht bewusst) und diversen anderen kanadischen Bieren und der Diskussion dieser. Unter anderem entbrandte eine Diskussion ueber ein Coffee-Beer, welches in der Runde rum ging und ungefaehr aussah wie bei uns Bibop, nur das da eben Bier und Kafffee gemischt war. Das schmeckte auch garnicht mal so gut!

Nachdem es dann langsam fast halb Mitternacht wurde begaben wir uns auf den Weg in Richtung Horseshoe Tavern. Der aufmerksame Leser merkt, diese Location erwaehnte ich bereits mehrfach. So auch an diesem Abend zog es uns in das Hufeisen, und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, standen wir diesmal sogar auf der Gaesteliste. Zu sehen gabs 2 Bands, wobei die 2. Band, welche mit Scott befreundet waren und denen ich den Gaestelistenplatz zu verdanken habe und eine Vorband namens “Young Rivals“. Ich glaube das schlimmste was eine Band hoeren kann ist, wenn man ihr sagt, dass man die Vorband besser fand als sie. Deshalb behielt ich das fuer mich und kaufte mir TShirt und Demo der jungen Rivalen die einfach mal mit irgendwas retro-rockabilly’n'roll die sehr gut gefuellte Taverne rockten. Die Typen sahen so richtig schoen ehrlich Hippie aus, ohne es sein zu wollen und machten ebenso ehrlich songs die voll ins Blut gingen (Leider ist der erste Song bei MySpace nicht so der Reisser…). Ich positionierte mich im Stereobild mittig und genoss die Show. Ein nettes Gespraech mit dem Bassisten John am Merchstand ueber deren Konzerte, Tour usw. rundeten den Abend ab. Wir schauten uns noch zusammen die Headliner an, die auch sehr gut waren, ich aber eigentlich immer noch zur Vorband abging.

Fazit: Trotzdem ein super Abend, wieder neue nette Leute kennengelernt und neue Musik fuer die Ohren, ganz im Sinne von “Support your local scene”.

Warum aber zur Hoelle die Ueberschrift? Ich machte den grossen Fehler an der Bar etwas zu bestellen was ich kannte….”can I have a Becks?” quasselte ich drauf los, ohne drueber nachzudenken, welchen langen weg die Flasche ueber den Teich bis hinter die Tavernenbar hinter sich hatte. Bier ist hier teuer, aber ich zahle nieeeeee wieder 6,30$ fuer ein verdammtes kleines Becks! So!

Der Samstag begann entsprechend spaet und wurde ausser fuer Einkaufen, Friseur und Relaxen auch fuer nichts sinnvolles genutzt. Die mega Drum’n'Bass Party fuer 25$ Eintritt am Abend schenkte ich mir dann doch und halte zukuenftig ausschau nach Drum’n’ Bass Events der niedrigeren Preisklasse…falls es die gibt.

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Sommer, Sonne, Strand

Oktober 22nd, 2007 | By Christoph in Allgemein, Canada | 1 Comment »

Es gibt neues schickes Bildmaterial.
Fotos vom Strandjogging



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Sammlung kanadischer Eigenheiten

Oktober 16th, 2007 | By Christoph in Allgemein, Canada | No Comments »

Dieser Eintrag soll mir als kleiner Notizblock fuer alle Auffaelligkeiten im zweitgroessten Land der Erde dienen, in dem ich Dinge festhalte die mir aufgefallen sind. Wahrscheinlich sind es zu Beginn mehr Dinge, an die ich mich am Ende wahrscheinlich gewoehnen werde. Deshalb halte ich sie hier fest.

Direkt auf meinem Balkon

Polizeischutz auf Baustellen
Eine Sache die einem in Toronto auffaellt ist, dass jede Baustelle auf der Strasse mindestens von einem oder zwei Polizisten bewacht wird. Auf Nachfrage wurde mir bestaetigt, dass dies zum Diebstahlschutz ist. Scheinbar kommt es haeufig vor, dass den Bauarbeitern die Rohre geklaut werden, wenn sie gerade im Loch buddeln.

Bezahlen fuer eingehende Anrufe
Eigentlich hatte ich vor, mir fuer meine Zeit in Toronto eine Prepaid Karte fuer mein Handy zu besorgen, um den horrenden Roaming Gebuehren meines dt. Handyanbieters zu entgehen. Nachdem ich am Wochenende die Laeden der groessten Mobilfunkanbieter abgeklappert habe bin ich da noch am zweifeln, ob ich hier fuendig werde. Erstmal hat nicht jeder Anbieter eine Prepaidkarte ohne Telefon im Angebot und die die eine haben, wollen auch noch, dass ich fuer eingehende Gespraeche – egal ob In- oder Ausland – bezahle. Wenn ich kostenlose eingehende Gespraeche haben moechte, dann koennte ich Option B nehmen. Da bezahle ich dann 1 CAD Tagesmindestumsatz, egal ob ich telefoniere oder nicht. 30 CAD pro Monat nur damit ich hier “kostenlos” angerufen werden kann, ist mir zu fett. Also weitersuchen.
UPDATE: Weitersuchen bringt nichts. Ist bei allen Anbietern das gleiche. Hier lohnt sich mobil telefonieren nur wenn man laenger bleibt, oder nicht schon wie ich einen Vertrag an der Backe hat. Dann ist man mit ca. 30 CAD pro Monat dabei und bezahlt zwischen 20 – 30 Cent pro Minute (fuer ein-und ausgehende Anrufe) bis hin zu Flatrates wenn man laengere Vertraege abschliesst.

Kaffee = Bier = Koelsch
Was haben kanadisches Bier und Kaffee mit Koelsch gemeinsam: von beiden kann man literweise trinken ohne betrunken oder wach zu werden. Zumindestens die Defaultvariante beider Getraenke kommt mir als Auslaender etwas duenner als bei uns vor. Nun ja, bei meiner morgentlichen Kaffeebestellung, ordere ich jetzt immer den staerksten den Sie haben, das passt dann.

Das kanadische Kleingeldproblem – oder “you got some change man?”
Was passiert wenn man sich taeglich ca. 2 Kaffee kauft, Mittagessen geht und vielleicht noch mal jeden zweiten Tag was einkaufen geht und sein Kleingeld in der Hosentasche traegt? Man bringt ca. 5 Kilo mehr auf die Wage, was aber nicht am kanadischen Fastfood liegt ;) Innerhalb von einer Woche sammelt sich hier dermassen viel Kleingeld an, dass einem die Hose rutscht. Heute habe ich die Bedienung in meiner Lieblingskaffeekette “Second Cup” gefragt, warum in aller Welt ein Kaffee bei denen 3.02 CAD kostet? Warum nicht 2.99 CAD oder 3.00 CAD? Sind wohl die Steuern dranschuld, da alle ausgeschilderten Preise netto sind und man die Steuern noch draufrechnen muss. Kann man da nicht trotzdem Preise so gestalten, dass sie beim bezahlen praktischer sind? Wer weiss…
Auf jeden Fall sehen die netto Preise so aus wie man es sich wuenscht, nur bekommt man beim bezahlen wie gesagt immer eine Hand voll Muenzen gewechselt, so dass sich an jeder Kasse in diesem Land ein Napf befindet, in dem man sich seines Kleingeldes entledigen kann. Ich sammle lieber noch ein bisschen und werfe mein Kleingeld dann lieber in den Automaten beim Supermarkt um die Ecke und geh dafuer einkaufen.

Linienverkehr neu definiert
Bisher war ich jeden Tag zwischen 7-8Uhr im Buro, nur heute kam ich erst gegen 9Uhr aus den Federn. Das wurde auch promt mit einer prall gefuellten Strassenbahn “Streetcar” quittiert. Auf halber Strecke endete dann die Fahrt apprupt mit den Worten des Strassenbahnfahrers “we have a situation infront of us. I would recommend walking…” – also stieg ich aus. Was man in der Bahn allerdings noch nicht sehen konnte war, dass sich vor uns mittlerweile ca. mehr als 10 Strassenbahnen an einander gereiht hatten. Das sah lustig aus, ich schoss schnell dieses Foto und holte mir einen Kaffee auf dem Weg ins Buro.

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Zweite Woche Toronto – es geht langsam los

Oktober 16th, 2007 | By Christoph in Allgemein, Canada | No Comments »

Die dritte Toronto Woche hat mittlerweile begonnen und man kann schon von “eingelebt” sprechen.
Mein Appartment oder besser meine Wohnkueche sieht nach mittlerweile 3 Einkaeufen nach Kueche aus und am Wochenende ueberlege ich auch schonmal ob ich lieber Steak oder Nudeln machen will :)
Auf Arbeit laeuft es auch sehr gut. An meinem Geburtstag vergangenen Donnerstag musste ich sogar feststellen, dass ich nun nicht mehr der juengste Mitarbeiter bin, da mich das juengste Mitglied der Torontomannschaft mit 23Jahren doch etwas unterbietet.

Das Wochenende verlief etwas anders als geplant. Urspruenglich hatte ich vor, die Niagra-Fall Tour mitzumachen, da ich diese vor 2 Jahren bereits nicht mitgemacht habe. Leider war der Samstag Morgen so grau und windig, dass ich mich nicht recht aufraffen konnte.
Stattdessen verbrachte ich den Samstag komplett mit spazieren und pseudo-Shopping in der Innenstadt. Ich drehte eine recht grosse Runde beginnend ab Spadina-Queen (da Tonto’s Strassennetz auch im Schachbrettmuster angeordnet ist, orientiert man sich immer an Kreuzungsnamen), ueber einen super Musikladen in Steve’s Music Store, ueber Queens-College Richtung Norden zur University um von dort aus wieder den Bogen nach Downtown einzuschlagen, wo ich schlussendlich im Eaton-Centre landete.

mich wuerde mal interessieren, wie oft dieses Foto in irgendwelchen Blogs erscheint ;)

Und schon war es auch schon wieder Abend und ich hatte Lust auf Livemusik. Da ich leider noch nicht so die Szenekontakte habe, um zu wissen, welche Laeden hier eher das tolle Kassa oder die Rose sind, und welche eher doch nur Uma Carlson, peilte ich genau wie vor 2 Jahren mal wieder die Horseshoe Tavern an.
Diese Entscheidung stellte sich als grossartig heraus: Dort startete gegen 9:30Uhr das Finale der “Indie weeks”, einer Art Bandcontest. Somit hab ich mir fuer 10 CAD ich glaube min. 6 absolut geile Bands angehoert, welche mich einer nach der anderen vom Hocker gehauen haben.
Die erste Band die bereits spielte, erinnerte mich irgendwie an Chevelle, aber leider fehlte mir immer kurz nachdem die Spannung stieg, die Vollendung des Spannungsbogens…sprich es war immer kurz davor zu rocken.
Um so krasser kam die naechste Band “Sons and Lovers” daher, welche einfach mal 15-20 Minuten (mir kam das Zeitlimit sehr kurz vor) nonstop Hardcore- Emo- Prog was weiss ich noch vom feinsten hingeballert haben. Die Buehnenshow war dermassen energiegeladen, so dass es nicht lange dauerte bis ich in der ersten Reihe der leider noch recht maessig gefuellten Hufeisen-Taverne stand. CD und T-Shirt hab ich mir dann gleich zugelegt. CD ist gut, live ist besser, aber fuer 5 CAD mehr als fair.
http://myspace.com/sonslovers – wurde gleich geaddet.

Die naechste Band deren Namen ich noch rausfinden muss, uebertraf die vorhergehende Band nur noch im Freakfaktor. Ich frage mich immer noch ob das “Wir sehen alles aus wie “Abiturienten-Hillbillies mit Flanellhemden in die Hose gesteckt und haben Mami versprochen um 11 zu Hause zu sein” Konzept ist oder ob die wirklich so sind. Ich glaube eher letzeres. Als die angefangen haben sind die einfach mal total ausgetickt, und haben irgendwas aus Hardcore, total melodischen balladioesen Passagen und viel Geschrei hingelegt. Die Typen abgehen zu sehen war eine reine Freude.

Die weiteren Bands waren auch alle durchweg technisch wie musikalisch perfekt. Gewonnen hat am Ende eine Band die extra aus Irland angereist war. Man hoerte den musikalischen Unterschied sofort, dass die irgendwie eher von der Insel kommen.
So gegen 1Uhr hab ich mich dann doch recht frueh auf den Heimweg begeben – man will ja klein anfangen, ausserdem wurde es dann allein etwas oede. Ich hoffe mein Kollege und eingefleischter Kanada-Musikszene Fan hat die kommenden Wochenende etwas mehr Zeit um mir die coolen Locations zu zeigen. Aber ein gelungener Auftakt ins Nachtleben war der Samstag schon. Es stellt sich halt wieder heraus, dass Auslandssemester und Arbeiten im Ausland eine grosse Differenz aufweisen – im Auslandssemester hat man die Parties und Freunde schon mitgebucht, bei Arbeiten und Wohnen dauert es ne Weile. Aber das ist mir ja 2005 hier schon aufgefallen.

Soviel zur aktuellen Lage hier. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Anzahl Fettnaepfe in die ich seit meiner Ankunft getreten bin, drastisch verringert hat, und so langsam wird es richtig schoen sich auf das Studieren der Eigenheiten und Unterschiede der Kanadier zu konzentrieren. Das was einem zu erst auffaellt: alles ganz schoen “easy going” – oder auch langsam hier. Dabei soll laut Klaus Toronto zu den hektischsten Staedten von Kanada zaehlen – ich freu mich auf Vancouver :)

In diesem Sinne,
bis zum naechsten Update.

Christoph

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Ich wohn in Toronto – bin ich jetzt hip?

Oktober 6th, 2007 | By Christoph in Allgemein, Canada | 1 Comment »

Hallo liebe daheim gebliebenen,
jetzt bin ich seit 5 Tagen in Toronto und hab heute schon mein Appartment bezogen.
Was bis dahin alles passierte will ich mal kurz abhandeln :)

Wenn man allein auf Reisen ist, scheint es Gesetz zu sein, dass man in alle nur erdenklichen Fallen tappt, die es gibt.
Meine Reise begann am Montag morgen d. 1.10.2007 pünktlich um 6:30Uhr am Jenaer Westbahnhof. Ich nahm den Zug in Richtung Toronto.
Frankfurt Flughafen verlief recht reibungslos ausser dass ich beim Security Check nicht an meinen Gürtel gedacht habe woraufhin es erstmal piepte.
Naja halb so schlimm.
Gegen 13:45 Uhr hob ich dann letztendlich ab. Vor mir standen ca. 8 Stunden Flug in der Lufthansa Economy Klasse. Das Essen war lecker, Getränke gabs
genug, aber obwohl man zum Flugbeginn der Meinung ist, dass eigentlich recht viel Platz in den Sitzen ist, so wünscht man sich am Ende des Fluges man könnte seinen Sitz in
die Liegeposition begeben wie in der Business Class.

16:45 Uhr: Toronto hier bin ich.
Gekonnt verließ ich das Flugzeug in Richtung Einreiseschalter um meinen Ausweis vorzuzeigen. Im Flugzeug hatte ich bereits die Einreise unterlagen
ausgefüllt, wo ich auch die Anzahl der Tage vermerkte die ich zu bleiben gedenke. Ganze 120 Tage.
Das mir dies Probleme bereiten würde ahnte ich da noch nicht.

Am ersten Schalter wartete ein recht lässiger junger Mann, der mich fragte was ich hier will, warum ich 120 Tage bleibe, wo ich übernachte.
Ich erklärte dass ich für 4 Monate Training bei der Mutterfirma bin. Er nickte immer, machte ein großes rosa Kreuz auf mein Formular und gab es mir
samt meines Passes wieder. “Das ging schnell” dachte ich mir…
…dachte…
Als ich die Tür zum Gepäckschalter nehmen wollte, wurde ich von der Beamtin darauf aufmerksam gemacht, dass ich zur Immigration Office gehen müsse.
Well…und schon ging das Abenteuer los.
Mich erwartete ca. 30 Minuten Schlange stehen. Mit in der Schlange viele Leute denen es ging wie mir, die sich fragten, warum sie diesmal hier hin
müssen, aber beim letzten mal problemlos durchkamen. Ich beobachtete eine junge Frau, die sich scheinbar heftig in Widersprüche verstrickte,
ein junges Mädchen welches im harrschen Ton angewießen wurde, sich auf die Couch zu setzen und auf ihre Angehörigen zu warten, und dies
unter Tränen tat……und dann war ich auch schon an der Reihe.
Die gleichen Fragen…warum, wieso, so lange, wo….zum Glück hatte ich Schreiben meiner Firma, wo alles drauf stand, dass ich wirklich
dahin gehe, wo ich vorgebe hinzugehen.

Ok Immigration Office fertig. Mein Gepäck kullerte unterdessen schon auf dem Fussboden rum, da der nächste Flieger schon gelandet war.
Als ich dabei war meine beiden Koffer zusammen zu suchen, kamen zwei Officer mit den Spürhunden vorbei…dem Hund schien der Geruch meines Rucksacks so zu
gefallen, dass dieser garnicht mehr weg wollte….tja Fettnapf Nr. 2…ich wurde aufgefordert meinen Rucksack zu öffnen und auf einmal fiel es mir wieder ein..
Mütter geben einem ja oft belegte Brote mit, die man dann aber doch vergisst zu essen, weil sie ganz unten am Boden liegen,
und es im Flugzeug reichlich gibt…dumm nur, wenn da auch noch Wurst drauf ist…dessen Einfuhr nicht gestattet ist.
Officer guggt Brot an, Christoph holt sich ne Standpauke ab und macht es nie wieder :)
Rucksack, zwei Koffer und raus dachte ich. Und wieder musste ich an einem Officer vorbei, der meinen Pass und meine ausgefüllte Einreisekarte
sehen wollte und mich fragte, was ich denn 120 Tage lang hier mache. Er war zum Glück mit meiner Antwort schnell zufrieden und ich war
am Ende nach ca. 1,5h in der Eingangshalle des Flughafens.

Ich brauchte erstmal Kohle und versuchte mich an einem Geldautomaten, der aber meine EC Karte nicht wollte, die PIN meiner Kreditkarte hatte ich
wohl daheim gelassen und EUR Bargeld hatte cih nur 30 EUR die ich gleich in ca. 41$ umtauschte. Zusätzlich erfuhr ich auch, dass
man Taxi und Limo auch mit Kreditkarte bezahlen kann.
Schwups kam auch schon der erste Typ gelaufen der mir “Taxi?” entgegen warf. “hmm eigentlich sollte ich ne Limo nehmen”, dachte ich.
Ich fragte ihn ob er ein Taxi oder eine Limosine fährt und ob ich mit Kreditkarte bezahlen kann und wieviel es kostet.
Taxi, Kreditkarte ja, und 47$ wollte er vom Flughafen bis zum Hotel Downtown haben und er ging mit mir in Richtung Parkhaus.
“Parkhaus”….dachte ich…wie weit soll ich denn noch laufen… und als plötzlich ein Officer erschien, war der vermeintliche Taxifahrer urplötzlich
verschwunden. Der Officer fragte mich, ob mir eine Taxifahrt angeboten wurde, was ich bestätigte.
Er meinte “this guy is a scooper, he is not allowed to drive.” Na toll, ich machte wieder kehrt und nahm mir eine offizielle
Flughafen-Limosine, die genau vor der Tür standen, welche 3$ mehr kostet.

Gegen 18:30 Uhr kam ich dann endlich im Hotel an und knallte mich erstmal schön aufs Bett.
Ich nahm kurz eine Dusche und machte mich auf den Weg einen kleinen Spaziergang zu machen und die Gegend zu erkunden.
In einem netten Irish Pub ließ ich dann den Abend mit einem Guiness und Chickenwings ausklingen. Ich versuchte mein kommendes Jetlag etwas zu kompensieren,
in dem ich versuchte noch bis kurz nach 22Uhr TV zu schauen, was aber nicht viel half.

5:30 Uhr war ich irgendwie ohne Wecker wach.
Nach leckerem Frühstück hab ich mich dann gegen kurz nach 7Uhr auf den Weg ins Büro gemacht.
Wie soll es anders sein, auch hier verlief mir ein kleiner Fehler: Ich hatte vergessen, dass fast alle Staßen in Toronto
eine East und eine West-Seite haben. Bevor ich losging hatte ich nochmal kurz gecheckt, wie die Route von Hotel zum Büro ist
und hatte 156 Front Street eingegen. Dummerweise hat Google Maps automatisch 156 Front Street East daraus gemacht…ohne mir zu sagen dass ich eigentlich
in die 156 Front Street West will ;) Also bin ich richtung East getrapt und wunderte mich nur, wo die ganzen Wolkenkratzer sind.
Recht schnell kehrte ich dann wieder um, in die richtige Richtung. Dummerweise schüttete es mittlerweile wie aus Eimern,
so dass ich kurz nach halb acht etwas leicht durchnässt im Büro ankam.

Am ersten Tag im Büro (Dienstag) hieß es erstmal Kollegen kennen lernen und Hände schütteln. Gegen Mittag kam ich langsam dazu etwas produktives zu tun.
Am gleichen Tag hat ein Kollege dann auch schon einen Besichtigungstermin für ein Appartment organisiert gehabt, welchen wir gegen 19Uhr
warnahmen. Ein kleines Haus im westen von Toronto, welches eine Etage vermietet. Etwas verwöhnt durch die kleinen Distanzen in Jena
und die Tatsache, dass ich dort immer die langsame Straßenbahn anstatt die UBahn nehmen musste, ließ mich etwas zögern und ich versuchte noch
ein paar andere Appartments anzuschauen. Leider erfolglos, da die meisten Appartments nicht für die kurze Zeit die ich bleibe zu haben waren, oder
einfach nur zu teuer. Zu Teuer heißt hier zwischen 2000-2500 Dollar pro Monat.

Fazit:
Die erste Woche verlief nach den erwähnten kleinere Startschwierigkeiten recht ruhig, mein Jetlag hat sich langsam gelegt, so dass ich mittlerweile erst
gegen 6:30Uhr aufwache und heute hab ich mein Appartment bezogen. Es sieht trotz Möblierung noch etwas kahl aus, deshalb werd ich morgen gleich mal
einkaufen gehen. Sobald ich mir einen Kartenleser zugelegt habe, gibts auch endlich die ersten Fotos.

Auf der Karte könnt ihr meinen Arbeitsweg sehen. Die rote Markierung ist meine Wohnung:

Also denn,
viele Grüße mit 6 Stunden Verzug aus Toronto und wir skypen und sehen uns bald :) .
Christoph

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